Mein erstes Heft
Heft 80 naht - FAIRPLAY wird 20 Jahre alt. Statt eines offiziellen Rückblicks ist dies ein persönlicher. Ich stöbere ein bisschen in alten Heften rum und erinnere mich...
Den Anfang macht Heft 10, Winter 1989, meine erste Fairplay als Leser. Ich war gerade so richtig auf die Droge Spiel eingestiegen, las bereits die Spielbox und wurde im Spieleladen auf FAIRPLAY aufmerksam gemacht. Die sei ein Muss.
Ein Muss? Na gut, ich kaufte - und war sofort begeistert! Vor allem von dem Ton, der hier herrschte. Harry schrieb im Editorial: Zugegeben, unser Titelbild ist diesmal nicht hundertprozentig. Unser Redaktionsmitglied Jutta moniert, dass ihre Kopfform keineswegs birnenförmig und dass ihre Haarfarbe durchaus nicht als rot zu bezeichnen ist. Nach längerem Hinsehen muss ich ihr Recht geben. Über die Kopfform schweigt sich ein Gentleman natürlich aus, doch die korrekte Haarfarbe unserer Quotenfrau ist definitiv blond.
Sogar die Leserbriefe waren ganz schön frech: Nach Lesen des Artikels "Waldo" kam bei uns spontan der Wunsch auf, eines eurer Redaktionsmitglieder (möglichst Andreas, Zweifüßler, Mensch, männlich) zwecks Emotionsableitung unsererseits aufzusuchen.
Ich fühlte mich gleich wie zu Hause.
Es folgt Teil 2: Waldo
Abacus hätte ein absolut im Trend liegendes Zoo-Spiel unter seinen Neuerscheinungen: doch leider wurde das entscheidende Tier vergessen. ZOOLORETTO kennt keinen Eisbär. Stattdessen wurde ein Portrait des großen Pandas auf den Titel gehoben. Nun war der Panda bislang immer ein großer Star des Berliner Zoos, und es kam auch etwas Trauer auf, als Yan Yan im letzten Monat verstarb. Doch die Begeisterung über Knut (Foto: Jens Koßmagk) ließ alle anderen Tiere zur Staffage werden.
Mein Tipp an die Spiel-des-Jahres-Jury: Macht ZOOLORETTO zum Spiel des Jahres! Aber nur dann, wenn Abacus die Bedingung erfüllt, die Restbestände der Erstauflage zu schreddern. In der Neuauflage muss der Panda weg, und der Eisbär aufs Titelbild rücken. Dann dürfte ein neuer Verkaufsrekord – ich tippe auf 750.000 Exemplare bis Weihnachten – locker möglich sein.
Beim breiten Publikum wird es zwar auf keine große Begeisterung stoßen, wenn herauskommt, dass ein TRAPPER ein tiertötender Jäger ist. Doch Clementoni hat vorgebaut: Die Grafik ist so hervorragend gelungen, dass die Spieler den Eindruck haben, dass Bär, Elch, Otter und Wolf in ihrem Kanu mitfahren. Wer keine Angst vor Bären und anderen großen Tieren hat, wird von TRAPPER begeistert sein.
