Freitag, 27. Oktober 2017

A la carte Preis 2017: Les Poilus aka The Grizzled

Unsere Wahlfrauen und -männer haben entschieden:

Den Titel À la Carte 2017 gewinnt Les Poilus.

Das ist in gewisser Hinsicht ein erstaunliches Ergebnis. Erstens ist es ein kooperatives Spiel, zweitens hat es eine sehr düstere Thematik. Es geht um den 1. Weltkrieg, um den Grabenkrieg im Westen, um ständigen Überlebenskampf und ums Scheitern. Das Spiel ist niemals ein Zuckerschlecken, bietet keine Wohlfühlatmosphäre, dafür aber ein immens dichtes Spielerlebnis. Und ist immer aufs Neue eine Herausforderung. Eine Erweiterung ist längst erschienen: Les Poilus: Zu Befehl!

Mittlerweile ist unser Preis sehr international. Die meisten Autoren kommen nicht aus Deutschland. Nur Friese, Kiesling, Kramer und Rosenberg – die altbekannten Recken unter unseren Autoren – sind auf den vorderen Plätzen vertreten. Friedemann Friese sogar zwei Mal.
  • Fabien Riffaud und Juan Rodriguez: Les Poilus bei Sweet Games
  • Friedemann Friese: Fabelsaft bei 2F-Spiele
  • Wolfgang Kramer und Michael Kiesling: Glück Auf! Kartenspiel bei eggertspiele
  • Friedemann Friese: Futschikato bei 2F-Spiele
  • Yusuke Sato: Tempel des Schreckens bei Schmidt
  • Jacques Zeimet: Dodelido bei Drei Magier
  • Uwe Rosenberg: Bohnanza - Das Duell bei Amigo
  • Connor Reid: 5-Minute Dungeon bei Kosmos
  • Emerson Matsuuchi: Century: Die Gewürzstraße bei Abacusspiele
  • John D. Clair: Mystic Vale bei Pegasus
Wir gratulieren allen platzierten Autoren und Verlagen und wünschen Ihnen, liebe Leserinnen und liebe Leser, viel Spaß beim Kartenspielen!

Donnerstag, 26. Oktober 2017

#FairplayScoutAktion - Aktuelle Tweets von der #Spiel17

Hier twittert Wolfgang Friebe von der Messe und der FairplayScoutAktion. Natürlich spätestens ab Freitag mit Zwischenergebnissen. Am Sonntag Nachmittag gibt es das Endergebnis.
           


Mittwoch, 18. Oktober 2017

Editorial 121

Liebe Leserinnen und Leser,

sind Überraschungen was für Sie? Ja?! Ich würde sagen: Kommt darauf an. Manchmal offenbaren sich Überraschungen, die keiner erwartet … noch dazu an Orten, an denen niemand damit rechnet. Und natürlich soll es eine Überraschung bleiben. Psst, darf keiner wissen.

Da lese ich zufällig in einem Forum, in dem ich kaum mehr lese, dass nächstes Jahr im März eine Spielveranstaltung stattfinden soll. In Duisburg - im Ruhrgebiet! Noch dazu an denselben Tagen wie die Ratinger Spieletage. Im Mai folgt dann auch schon der Herner Spielwahnsinn. Im Ruhrgebiet ist ja quasi alles um die Ecke. Essen sowieso, weil mittendrin.

Ausgerechnet ein potenzieller Aussteller offenbart dieses Geheimnis: Veranstalter ist der Nostheide Verlag aus Memmelsdorf bei Bamberg. Aus Bayern, genauer aus Franken … und dann ins Ruhrgebiet. Kein Gedanke an die Rhein-Main-Schiene? „Spiel doch! In Duisburg“ wird die Spielemesse heißen. Und wer schreibt nochmal für die „Spiel doch!“? Ist das nicht die halbe Jury?
Ich hätte da noch ein paar Fragen: Gibt's im Pott wirklich Platz und Potenzial für eine vierte Veranstaltung? Und was soll anders werden als in Ratingen, Herne oder Essen? Können die Verlage diese vielen Events überhaupt noch stemmen? Und was soll denn in Duisburg gezeigt werden? Gibt's sechs bis acht Wochen nach der Nürnberger Messe genügend fertig produzierte Spieleneuheiten? Oder will der Nostheide Verlag der Spiel in Essen wirklich Konkurrenz machen? In Essen kommt die ganze Welt zusammen. Sind da ein paar Brosamen für Duisburg drin? Wer bringt dafür das viele Geld mit, und wer hat einen langen Atem, eine längere Durststrecke zu überwinden? Jede neue „Spielemesse“ muss sich erst beweisen. Essen ist ja auch nicht von jetzt auf Gleich zu dem geworden, was es heute ist. Also: Abwarten und Spiele spielen.

Aber was mach' ich mir hier überhaupt so viele Gedanken. Ich bin schließlich nur ein altes Pferd. Jedes Jahr klopfen immer ganze Herden junger Hengste auf den Busch. Sie kommen und sie gehen. Ich trabe im Oktober immer wieder gerne über die Internationalen Spieletage in Essen. Da kenn' ich mich aus, da weiß ich Bescheid. Und da ist auch genügend Platz für alle, auch für die wildesten unter allen Jungpferden. Nur könnten sich die allerwildesten Pferde irgendwann auf einer kleineren Koppel jenseits der fetten Weide wiederfinden.

In Essen wird dann auch wieder der Deutsche Spielepreis verliehen. Dessen Wahl war dieses Jahr so spannend wie der Bundestagswahlkampf. Ist nicht von mir, sondern von einem noch älteren Hengst aus der Szene. Das Ergebnis war irgendwie klar. Nur nicht, dass auf dem sechsten Platz zwei stimmengleiche Spiele landen. Macht ja nix, denn so kommt auch noch WETTLAUF NACH EL DORADO als elftes Spiel in die Top 10. Herzlichen Glückwunsch an alle Preisträger und ganz besonders natürlich an all' die Macher von TERRAFORMING MARS. Das beste Kinderspiel ist ICECOOL. Ist kein Wunder. Auch Erwachsene lieben dieses Kinderspiel.

Wir sehen uns dann auf der #spiel17 in Essen. Bis dahin!

Hold On Harry

p.s.: Die Ausweise für unsere alljährliche Scoutaktion finden sich wieder auf dem Blatt mit der Anschrift. Schade, wenn der Scoutausweis schon weg wäre...

Gewinner des Deutschen Spielepreises:
1. TERRAFORMING MARS von Jacob Fryxelius bei Schwerkraft-Verlag
2. GREAT WESTERN TRAIL von Alexander Pfister bei eggertspiele und Pegasus
3. EIN FEST FÜR ODIN von Uwe Rosenberg bei Feuerland
4. SCYTHE von Jamey Stegmaier bei Feuerland
5. FIRST CLASS von Helmut Ohley und Leonhard Orgler bei Hans im Glück
6. KINGDOMINO von Bruno Cathala bei Pegasus
6. RÄUBER DER NORDSEE von Shem Phillips bei Schwerkraft-Verlag
7. FABELSAFT von Friedemann Friese bei 2F-Spiele
8. CAPTAIN SONAR von Roberto Fraga und Yohan Lemonnier bei Pegasus
9. MAGIC MAZE von Kasper Lapp bei Pegasus
10.WETTLAUF NACH EL DORADO von Reiner Knizia bei Ravensburger

Freitag, 13. Oktober 2017

Fairplay 121 - Oktober bis Dezember 2017 - Inhaltsverzeichnis

Reportagen und mehr
  • Fingerfood: Brettspielapps
  • Großglockner: Ein Spiel im Heft von Jörg Domberger
    T.I.M.E Stories: Fünf Stationen weiter
    Das Fundament der Ewigkeit
  • A Game of Thrones Catan
Kritiken
  • Tiefseeabenteuer
  • Thunderbirds
  • Gaia Project
  • Mystic Value
  • Blood Rage
  • The Networks
  • Captain Sonar
  • Bärenpark Les Poilus
  • Too Many Bones
  • Habitats
  • Yokohama
  • Junta Las Cartas vs Tiefe Taschen
  • Funkenschlag, Kartenspiel
  • 5 Minute Dungeon
  • The Lost Expedition
  • Mechs vs. Minions
Interviews
  • Liesbeth Bos
  • Max Hirschel über den Co-Op Square
Rubriken
  • Editorial
  • Inhaltsverzeichnis
  • Kinderportion: Sokieba
  • Rückblick: Fairplay 42
  • à la carte: Century, Pyramids, Tallinn, Bullyparade, Wild Shots, Paaranoia, Schöne Sch#!?e, Sneaky Cards
  • ausSchachtungen: Metamorphosen
  • Wir spielen gern ...
  • Preisrätsel
  • Japanische Irr-Gärten
  • Bestenliste
  • Noten

Montag, 31. Juli 2017

Rückblick: Fairplay 41

Früher war mehr Lametta. Klar! Logo! Bestimmt? Wenn ich an die Spiele in dieser Fairplay denke, dann bleibt so gar kein Lametta. Was waren das damals nur für Zeiten?! Mit wie wenig wir damals ausgekommen sind. Einzig Robert Abbotts GENIUS RULES, Neuauflage von ELEUSIS, hätte heute noch Bestand, gerade weil es eine hübsche Herausforderung ist. Wer zieht aus den ausliegenden Karten die richtigen Schlüsse und erkennt die Regel aus dem Muster? Könnte ich mir zeitgemäß ausgestattet heute noch gut vorstellen.

FRISCHFISCH von Friedemann Friese hat mir damals sehr gut gefallen. Davon gibt’s eine zweite und eine dritte Auflage, die hat 2F-Spiele wieder selbst verlegt. Was soll ich lange um den heißen Brei rumschreiben: Ist bei mir total durchgefallen. Die Optik ist so dermaßen bescheiden, wie das Spiel sich so merkwürdig um die Ecke spielt. Und das fand ich mal gut?! Hätte ich eigentlich schon damals nicht gut finden dürfen. Helmut Wresnik, damals noch Jury-Mitglied und an der Uni Graz im Institut für Geometrie tätig, hat mir haarklein auseinandergesetzt, warum FRISCHFISCH aus topologischen Gründen kaputt sei. Ich hab’s damals nicht verstanden, weil ich das Spiel ziemlich toll fand. Lag sicher nur daran, dass ich eine Seltenheit ergattert hatte. Wahrscheinlich hatte Helmut Wresnik kein FRISCHFISCH mehr bekommen. Ätsch...

Ansonsten wimmelt es nur so von mittelmäßigen Spielen. Sogar Nachläufer des Sammelkartenbooms haben es ins Heft geschafft. Einzig NETRUNNER scheint es heute als Living Card Game noch zu geben. Und Herbert drischt so richtig auf MISSISSIPPI QUEEN ein. Seine Abrechnung mit dem Spiel des Jahres '97 gilt noch immer.

Und erstmals wurde ein ganz spezielles Pferderennen als Brettspiel umgesetzt … von jenem Herren, der heute mit seinem Verlag fest im Sattel sitzt und den GREAT WESTERN TRAIL reitet. Was hat Peter Eggert zusammen mit seinem Team so alles geschafft?! Sein DUHNER WATTRENNEN ist eher ein Spiel für Sammler. Jeder fängt mal klein an, und die Hürden waren längst nicht so hoch wie heute.

Der 41 hat ein Fragebogen beigelegen. Wir wollten von unseren Leserinnen und Lesern „was“ wissen. Was, weiß ich gar nicht mehr so genau. Nur, dass wir lange darum diskutiert haben, was und vor allem wie wir fragen. Hat vielleicht noch jemand den Fragebogen? Würd‘ mich ja mal interessieren!

Unsere Messeberichte standen in der Umfrage wohl besonders im Fokus. Was haben wir darüber diskutiert. Messeberichte als reine Beschreibungstexte ohne kleinste Einschätzungen sind schon gruselig zu schreiben, aber noch viel gruseliger zu lesen. Jeder, der sowas lesen oder schreiben muss, darf nicht auf mein Bedauern hoffen. Aber wie viele Jahre sind dann noch ins Land gegangen, bis wir den Messebericht inhaltlich und im Umfang tatsächlich reformiert haben? Einige Kollegen sahen in ihm immer ein Archiv aller erschienenen Spiele. Und deshalb musste der Messebericht so bleiben wie er war. Heutzutage kann ich darüber nur lachen, wie vermessen dieser Ansatz war. Immerhin, so viel sei verraten, haben wir dann Harrys Konterfei benutzt, um interessante Spiele im Messebericht hervorzuheben. Sein Doppel-Konterfei sogar für vermeintlich besonders gute Spiele.

Und wie viel Fleißarbeit hat unser Chef damals wohl in den Index für die Hefte 1 bis 41 gesteckt? Den hat Harry angekündigt, aber ist es nur bei der Ankündigung geblieben? Ich kann mich jedenfalls nur daran erinnern, dass ein Index bis zur Ausgabe 21 erschienen ist. Oder hat den jemand den angekündigten Index zu Hause? Ach was soll's, unsere Artikel hat dann Knut-Michael Wolf in seinen spielefindex.de eingetragen. Bis März 2005 hat er den im Alleingang gepflegt und der funktioniert immer noch. (Anmerkung der Redaktion: Kurz nach Drucklegung des Heftes funktioniert der spielefindex leider nicht mehr). Haben wir dafür jemals gedankt? Falls nicht, dann jetzt: Vielen Dank für deine Fleißarbeit.

Wolfgang Friebe

Herbert im Heft 41

... über das Spiel des Jahres (sic): „Kann man mit einem gut verpackten spielerischen Bißchen in Zukunft wieder mit Hilfe der Jury groß absahnen?“


Zum Spielefindex bitte hier entlang:

Hallo Wolfgang,

danke für die Erwähnung des spielefindex. Der dumme Zufall will, dass ich die Domain spielefindex.de gekündigt hatte und die Kündigung gerade vor wenigen Wochen wirksam geworden ist. Der Findex ist jetzt nur noch über meine private Domain erreichbar: www.kmws.de/findex. Die Auswahl nach Zeitschriften funktioniert auch nicht mehr, weil ich das Skript nicht an die neue PHP-Version angepasst habe. Was aber noch funktioniert, ist die Suche nach einzelnen Spielen. Und wenn man in der Stichwort-Suche ein % (Prozentzeichen) einträgt, bekommt man den kompletten Index angezeigt.

Als ich die Aktualisierung des Index vor 12 Jahren eingestellt habe, gab's keinerlei Resonanz. Was zeigt, dass das Dings wohl hauptsächlich meiner eigenen Befriedigung diente ;-)

Fröhliche Grüße

Freitag, 21. Juli 2017

Editorial 120

Liebe Leserinnen und Leser,

was für ein Glück, es ist nichts passiert. Still ruht der See … Ich fand es schon ziemlich traurig, hier in mehreren Edis Weggefährten zu verabschieden. Ich weiß, das ist der Gang der Dinge, schließlich altert die altbekannte Szene. Zum Glück gibt’s genügend Fohlen auf der Wiese, so dass nicht zu befürchten ist, dass unsere Spielwiese irgendwann leer ist.

Und die reale Welt, was ist mit der nur aktuell los? Gut, dass wir unsere eigenen Welten haben. Wir können den Mars terraformen, wir können auf dem Great Western Trail reiten oder aber über die Nordsee schippern, um die Klöster und Festungen unserer Nachbarn ordentlich zu plündern. Aha, die böse Welt gibt’s auch im Spiel … schon ewig, also kein Grund zur Aufregung. Nun hat sogar die einzig wahre Jury der bösen Welt Einlass gewährt. Aber wen kümmert das schon?! Da draußen, außerhalb meines Stalles, jenseits unserer Spielwiese geht’s so kurios rund wie schon ewig nicht mehr. Wie schön wär's, wenn wir alle an einem Strang und alle Karren aus dem Dreck ziehen würden und friedlich miteinander umgingen. Aber die Weltuntergangsapologeten sind allerorten an entscheidende Stellen gewählt worden.

Ist schon länger her, da hatte ich einen ganz verantwortungsvollen Posten inne. Ich war der Chefhengst, hatte alle anderen bis auf eine Stute platt gemacht. Ich war der Größte, der Schönste, der … Chef der Junta. Eben jener JUNTA aus dem gleichnamigen Spiel. Ich war der Held meines Stalles. Ich fühlte mich sofort great, großartig, unbesiegbar. Warum sollte ich Heu und Futtermöhren mit irgendwem teilen? Die Herde lag unter meinen Hufen. Nach jedem Putsch landen unliebsame Konkurrenten irgendwann doch vor dem Stall, wenn nicht sogar beim Abdecker. Weg mit den Verbündeten!


Und warum entrüstete sich meine Herde über die Zwangsläufigkeit meines konkludenten Handelns? Macht man doch so … in jedem Stall der Welt. Warum fallen all die Loser über mich her? The winner takes doch alles. Außerdem ist JUNTA doch nur ein Spiel … das ich dann am Ende mit Pauken und Trompeten verloren habe. Kriegte einfach kein' Huf mehr auf den Boden.
Was ich damit sagen will: Nach dieser Partie JUNTA war ich unten durch, so unten durch wie lange nicht und sogar noch länger. Ich weiß jetzt: Man muss nicht alles tun, was möglich ist. Diplomatie ist alles, gerade wenn man auf die Herde als Mitspieler angewiesen ist. Hat verdammt lange gebraucht, bis ich mein Image aus dieser einen Partie wieder los geworden bin. Aber es soll in der Welt jenseits unserer überschaubaren Spielwiese Hengste geben, denen das völlig egal ist. Diese Hengste haben offensichtlich vergessen, dass eine Leitstute in der Herde die Hosen an hat.

In Spielekreisen erlebe ich manchmal, dass Mitspieler zu Mistspielern mutieren. Und das nicht nur als Tippfehler. Es gibt da so Menschen, die schaffen es einfach, immer die fiesesten Züge zu machen und das auch noch entsprechend zu kommentieren. Ist doch möglich, alles ganz legal. Klar, aber man muss ja nicht noch sarkastische Sprüche bringen, den Finger noch extra in die Wunde legen.

Wer spielt schon gerne mit Mitspielern, die auch noch nachkarten oder Züge zurücknehmen wollen? Oder naiv heraus posaunen: „Och, diese Regel kannte ich aber nicht!“ Die ewig nachdenken müssen, um das allerletzte Siegpünktchen aus dem Spiel zu quetschen? Die nur verlieren, weil alle gegen sie sind. So ein Verhalten schaue ich mir nur ein Mal an, dann bleibt für Mistspieler nur noch der Platz auf dem … unser aller Pferdeäppel landen. Außer natürlich, ich mach' das selbst. Ich darf das ...
Jedes halbwegs gut erzogene Pferd erkennt, dass Rüpelei und rücksichtsloses Agieren durchaus negative Langwirkungen hat. Irgendwann steht man isoliert da und wird sich möglicherweise brüllend bei seiner Mama beschweren: „Mit mir will keiner mehr spielen!“ Und dass sich ein Idiot selbst als Idiot wahrnimmt, kommt ja leider selten genug vor. Eigentlich darf man damit auch erst gar nicht rechnen.

Genug gemosert. Ich hab' begriffen, dass es ohne Rücksicht gar nicht geht. Ich spiele weiter, mit allen Pferdchen der Herde … in meinem netten kleinen Stall hier. Ich muss ja auch noch ein paar Spiele spielen, denn die Abstimmung zum Deutschen Spiele Preis läuft noch bis zum 31. Juli. Die Postkarte im Heft haben Sie natürlich schon gesehen, ausgefüllt und zurück geschickt. Nur für den Fall, dass Sie ein Jungfohlen sind. Es geht auch übers Internet.

Ihr einzig wahrer Ex-Junta-Chef

Hold On Harry

Samstag, 8. Juli 2017

Fairplay 120 - Juli bis September 2017

Kommentare, Reportagen und mehr
  • Spiel des Jahres, Nomierte und Empfehlungsliste
  • Dicey Food: Crazy Race, Fantahzee, Garden of Minions, Mistkäfer, Noch mal!, ¡No Siesta!, Qwixx - das Duell, Raffzahn
  • Zurück auf der Flucht
  • Nach dem Exit ist vor dem Escape
  • Fehlerteufel - Mea Culpa
Kritiken
  • Railroad Revolution
  • Wettlauf nach El Dorado
  • Aufbruch zum Roten Planeten
  • Saltlands
  • Kneipen Quiz - Das Original
  • Valletta
  • Legenden von Andor 3
  • Pandemic - Schreckensherrschaft des Cthulhu
  • Magic Maze
  • Die Baumeister des Colosseum
  • Reise um die Erde
  • Donkey Derby
  • Oceanos
  • The Arrival
  • Im Wandel der Zeiten - Das Kartenspiel
  • Mein Traumhaus
Interviews
  • Andor Fan-Legenden Fans über ihre Legenden
Rubriken
  • Editorial
  • Inhaltsverzeichnis
  • Rückblick Fairplay 41
  • Fast Food (aufgewärmt): Weltausstellung 1893, Diamant, For Sale, Game of Quotes
  • Kinderportion: BAAAAA!, Kakerlakenduell
  • à la carte: Pungi, Scotland Yard, Das Vermächtnis des Maharaja, Santo Domingo, Gho...Gho...Ghosty
  • Preisrätsel
  • Legepuzzles aus wenigen Teilen
  • Wir spielen gern ...
  • Bestenliste
  • Noten

Freitag, 28. April 2017

Rückblick: Fairplay 40 - 10 Jahre

Jetzt weiß ich es genau! Wenn wir in Heft 40 unser 10-jähriges Jubiläum begangen haben, dann haben wir dieses Jahr in Essen unser 30-jähriges Jubiläum. Menschenskinder … jetzt kommt normalerweise der Spruch mit der Zeit. Denn das 30-jährige Jubiläum habe ich bis zur Messe längst wieder vergessen.

Immerhin spendieren wir unserem 40. Heft drei Farbseiten. Hätten es nicht vier sein müssen? Wer hat denn da einen Bock geschossen, denn vier Seiten passen doch auf eine Druckplatte. Das ist auch der Grund für 16 Farbseiten in diesem Heft. Dass wir noch nicht vollfarbig sind, hat seinen Grund in unserer Druckerei. Das ist nicht irgendeine Druckerei, die irgendwo sitzt und irgendwo anders billig druckt. Wir drucken immer noch in Bethel, damit Menschen mit Handicap sinnvolle Aufgaben haben. Und für die Druckerei in Bethel lohnt sich eine Vierfarbdruckmaschine eben nicht, weil die Plattenentwicklung extern zugekauft werden muss.

Schauen Sie sich ruhig die drei Farbseiten genauer an. Den vierfarbigen Comic mit Boris, Steve, Prof und natürlich Harry beim BIG BANG spielen. Keine Theorie, sondern viel Geschick ist da gefragt. Und auch die Portraits der damaligen Redakteure. Heute haben nur noch die Damen und Peter Nos so viele Haare. Und noch eine Seite für DRAGONMASTER. Das sollte wohl noch einmal gehypt werden, ist aber bis heute nicht auf Deutsch erschienen. Immerhin hat uns ein Leser per Brief mitgeteilt, dass DRAGONMASTER sich prima auch mit WIZARD-Karten spielen lässt. Da muss auch niemand mehr um ein „besseres Exemplar“ betteln, wenn man WIZARD für kleine Kasse kaufen kann.

Unser damaliges Jury-Mitglied nutzt die Gunst der Stunde nach der Nennung der ausgewählten Spiele, um MISSISSIPPI QUEEN zu zerreißen, sich erst gar nicht in seichte Gewässer zu begeben. Warum hat er sich bei seinen Jury-Kollegen nicht durchgesetzt? Im Nachhinein hat unser Mann natürlich recht, denn das Spiel ist auf lange Sicht schwach, sogar sehr schwach. Damals habe ich das aber anders gesehen. Ich war jung, ich kannte nix und liebte jedes Spiel, fand deshalb die kleinen Mississippidampfer und das variable Spielfeld toll. Immerhin konnte ich die Erweiterung THE BLACK ROSE für 'ne hübsche Mark verkaufen.

Immerhin BOHNANZA und LÖWENHERZ kommen gut weg, haben heutzutage noch Qualitäten, BOHNANZA sowieso. Momentchen, BOHNANZA hat doch dann auch dieses Jahr GeBOHNstag. 20 Jahre ... Kinder, wie … Sie wissen schon was … vergeht. Über den Rest der Spiele schweige ich stille, nur HASTE WORTE darf aus der Versenkung auftauchen. „Dem Doktor sein Vergnüngen“ (sic) ist mir immer noch peinlich.

Über den Konkurs von Schmidt Spiele gab's einige Spekulationen. Nicht, dass wir die teils sehr lieblosen Schmidt Spiele vermisst hätten, aber wie kann sich ein Traditionsverlag so abservieren? Münchens Schmidt ging an Blatz in Berlin, und aus Blatz wurde Schmidt Spiele. Und wie sagte ein Berliner noch: „Und das ist auch gut so!“ Schmidt Spiele haben schließlich deutlich gewonnen.

In der Nummer 40 gibt’s auch einen Leserbrief, in dem uns ordentlich die Leviten gelesen werden. Die Redaktion regiert gestern wie heute: Es fruchtet nix. Ob sich unser Eindruck von Franken und den Franken geändert hat? Selbstverständlich!!! Ich will schließlich nicht einen Shitstorm triggern. Leserbriefe mit Nennung von Ross und Reiter gibt’s ja heute gar nicht mehr. Heute wird zurück getwittert.

Apropos Internet: In der längst gestorbenen Rubrik „Kurz berichtet“ erwähnen wir Knut Michael Wolfs Internetspielplatz. Die Lange URL würde hier jetzt den Rahmen sprengen. Außerdem wissen wir alle, was aus dem Spielplatz am Ende geworden ist.

Herbert im Heft 40

...über spielerische Mühsal:
„Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich mit Ralf E. Kahlert tagelang Fußballspiele getestet habe, bis wir so ausgelaugt aussahen wie Fifa-Offizielle.“
...  über den erforderlichsten Charakterzug:
„Vermutlich gehört eine gewisse Leidensfähigkeit zu den hervorstechenden Eigenschaften der Fairplay-Redakteure.“

Freitag, 7. April 2017

Editorial 119

Liebe Leserinnen und Leser,

kaum übernimmt ein Neuer das Ruder, schon ändert sich alles: Logo, Name, Inhalt, Layout, Struktur. Und die Leserinnen und Leser müssen sich anpassen. Was für'n Chaos! Ist alles Neue wirklich besser? Und wer nicht mit will, wendet sich eben ab. Auf den World Wide Wiesen wechseln ganze Herden ganz schnell. Und tschüss … Schon findet sich eine neue Herde. Vielleicht auch eine neue Wiese, von der keiner verwiesen oder weggebissen wird. Auf manchen Wiesen geht es mir sogar als altgedientem Hengst viel zu rüde zu.

Überall erscheint in letzter Zeit Neues. Bei den Verlagen sind das vorzugsweise Exit-Spiele. Spiele, die man genau ein Mal spielen kann, genau einmal bis ins Letzte ergründen muss. Und oh Wunder, Spielprinzip und Vermarktung funktioniert. Exit-Spiele haben ihren ganz eigenen Reiz, wenn man denn alle Rätselhürden nimmt. Andernorts nimmt die Vielfalt zu. Mit viel Elan starten immer neue Blogs, teils interessant, teils recht traditionell. Manche verschwinden früher oder später, manche werden sich halten. Für jeden ist da ein Plätzchen, keine Wiese zwar, eher der Reihenhausvorgartenrasenspielplatz.

Fühlen Sie sich auf unserer Wiese wohl? Wir machen unsere Zeitung eigentlich wie immer. Seit 1987 geht es seinen Gang. Kennen Sie eigentlich unser Geheimnis: Die Knechte machen hier doch alle was sie wollen. Dass dabei noch jedes Mal ein Ergebnis herauskommt, genug Futter für alle abfällt, liegt sicher auch an der großen Freiheit. Für jeden gibt's da ein Plätzchen auf meiner Wiese und für alle eine Stelle, von der wir niemals fressen. Das ist auf jeder Pferdewiese so. Da wächst in einem Bereich das Gras und Unkraut doch deutlich höher, weil da die ganze Herde hinstrullt.

Eine andere Herde wird auch immer größer. Was hat Asmodee in letzter Zeit nicht alles zugekauft. Der größte Coup auf unserer hiesigen Wiese ist, dass auch Heidelberger zu deren Herde gehört. Das war abzusehen, nachdem Fantasy Flight Games bereits an Asmodee gegangen und damit Heidelberger als Fantasy Flights Vertriebspartner überflüssig geworden ist. Ob's noch weiter geht? … mit der Konzentration? International ist da sicher noch was für Asmodee drin.

Nach den vielen Todesfällen im letzten Jahr ist kurz vor Jahresende ein weiteres Urgestein verstorben. Hajo Bücken ist Ende 2016 gestorben. Gerade in den Anfangsjahren der Szene war Hajo Bücken mit seiner „Arbeitsstelle für neues Spielen“ präsent, als kooperative Spiele unter Pädagogen gerade hoch im Kurs standen und es Herder Spiele noch gab. Für meine Knechte war Hajo Bücken damals eher ein Exot, denn kooperative Spiele waren noch gar nix für echte Spieler. Ich erinnere mich an schräge Partien DIKTATOR und PALAVER, mehr Streit als Harmonie. Und aus Hajo Bückens Würfelspiel KETTEN WETTEN wurde bei Ravensburger das gute AUSBRECHER AG.

Und bei Drucklegung erreichte uns noch eine traurige Nachricht. Mit Ferdinand de Cassan ist ein echter Wegbereiter gestorben. In Österreich hat er Maßgebliches bewirkt und nicht nur dort viele Spuren hinterlassen.

Auf meiner Wiese stellt sich die Frage: Wie geht es ohne Herbert Heller weiter? Meine Knechte haben sich bei Kälte, Eis und Schnee extra deshalb getroffen. Mit dabei: die schottischen Hochlandrinder Birte und Berta. Als würde ich das konspirative Redaktionstreffen nicht mitbekommen. Birte und Berta sind natürlich über das weltweite Wiesennetz mit mir vernetzt. Ich weiß jetzt alles: Von der Lauben-Alpen-Skihütte nur ohne Ski, aber mit Filzpantoffeln. Vom organischen Wachstum der Hütte, erbaut aus Nix, aber mit ganz viel Liebe zum Detail. Erst fiel der Strom aus, am nächsten Morgen sämtliche Wasserversorgung und abends auch noch die sehr individuelle Beheizung des Stalls. Und wenn die Indoor-Gasbrenner liefen, war es unten eiskalt und oben Sauna. Ideal für einen Stall, nur dass ich unter meinen Hufen noch wärmenden Mist habe. Ist trotzdem gut gewesen. Das Treffen, nicht die Unterkunft.

Kathrin Nos ist jetzt Chefin vom Dienst und Wolfgang Friebe ist Chefredakteur. Also, alles beim Alten, es ändert sich nix, aus Raider wurde auch nie Twixt. Jedenfalls nicht solange ich hier das Regiment führe. Nur die Adresse der Redaktion ist neu.

Ihr einzig wahrer Hengst auf den World weiten Wiesen

Harry

Kasten

Neu Redaktionsadresse: Wolfgang Friebe, Münnichweg 73b, 48167 Münster


Donnerstag, 30. März 2017

Fairplay 119 - April bis Juni 2017

Reportagen und Berichte
  • Nürnber 2017 Messerundgang
  • Schein oder heilig? Luther und Ablasshandel
  • Peter Janshoff
  • Fluchtzimmer Escape- und Exitspiele
Kritiken
  • Ein Fest für Odin
  • Flick ‘em up
  • Räuber der Nordsee
  • Kingdomino vs NMBR9
  • Das Orakel von Delphi
  • Icecool
  • Word Slam
  • Die Kolonisten
  • Rhodes
  • First Class
  • Skyway Robbery
  • Jolly & Roger
  • Yangtze
Interviews
  • Kullerhexe: Hexe und Waldwichtel über Kullerhexe
Rubriken
  • Editorial
  • Inhaltsverzeichnis
  • Rückblick
  • Fairplay 40
  • First Food: Clubs, Mein Traumhaus, Saboteur - Das Duell, The Walking Pet, Caramba, Twenty One, Deja Vu, Pungi, Crazy Race
  • Fast Food: Carcassonne Amazonas, Mino & Tauri
  • Nachschlag: 7 Wonders Duel - Pantheon
  • Kinderportion: Fette Ernte
  • à la carte - Spezial: Im Schatten des Throns, Gämsh Alpin
  • à la carte: Tembo, Tenno, Tempel des Schreckens, Pairs, Arrass, Speemo, Turn A Round
  • Wir spielen gern ...
  • Preisrätsel: Schach für Solisten
  • Bestenliste
  • Noten